Projektionen aus Sphärischen Panoramen
Beispiele für den Foto-Export aus Kugel-Panoramen
Mindestens genauso interessant wie die Erstellung von Panoramen, ist die Möglichkeit, mit der Panorama-Software extreme Weitwinkelaufnahmen hochauflösend mit unterschiedlichen Projektionsarten aus dem Panorama zu exportieren, die mit einer klassischen Festbrennweite in einer Aufnahme so nicht darstellbar wären.
Vereinfacht ausgedrückt kann man damit einem Ausschnitt der kugelförmigen Darstellung wieder eine flache Form der Ansicht geben.
Um z.B. Verzerrungen bei extremem Weitwinkel zu gestalten, sind unterschiedliche Projektionsarten möglich.
Insbesondere die von mir bevorzugte Pannini-Projektion, die sich hierfür sehr oft besonders eignet und sehr natürlich wirkt, weist bei extremem Weitwinkel eine sehr geringe Randverzerrung auf, wohingegen die klassische perspektivische (rectilineare) Objektiv-Projektion hier an ihre Grenzen kommt.
Die Pannini Projektion krümmt aber im Nahbereich insbesondere im Zentrum die horizontalen Linien. Man kann die beiden Projektionsarten Rectilinear und Pannini jedoch untereinander annähern. Dadurch kann man einen Kompromiss finden. Sie ist ideal für Motive mit einer Zentral-Perspektive.
Ein relativ verzerrungsarmer 180° horizontaler Bildwinkel und sogar darüber hinaus ist mit der Pannini-Projektion durchaus realisierbar.
Es sind u.a. Art, Ausschnitt, Darstellungswinkel, Auflösung und die Vermeidung stürzender Linien im Programm wählbar.
Mögliche Projektionen sind Perspektivisch, Pannini, Miller, Mercator, Equirectangular, Little Planet, Zylindrisch und Andere.
Folgend Beispiele ausgewählter Projektionen. Alle Aufnahmen sind ursprünglich mit einem Fisheye aufgenommen und zu einem 360° Panorama gerendert worden. Daraus wurden dann die Projektionen exportiert.
Bei Antippen der Bilder oder Mouseover erscheint die Projektionsart.
Anmerkung: 115 Grad horizontaler Bildwinkel entsprechen einem Superweitwinkel (kein Fisheye) von ca. 9mm Brennweite im KB-Format.
Im Kleinbildformat ist mir nur ein Objektiv als klassisches Weitwinkel bekannt, mit einem maximalen horizontalen Bildwinkel (hfov) von ca. 115 Grad (Diagonal 135 Grad) und 9mm Brennweite. Die Projektion ist perspektivisch (Rectilinear) mit entsprechender perspektivischer Randdehnung.
Ein Smartphone kann heute im Weitwinkelmodus maximal ca. 100 Grad Bildwinkel horizontal anzeigen. Durch die rectilineare Projektion (Randdehnung und Zentrum nach hinten verschoben) wirkt dies extrem "weitwinkelig". Es sind aber "nur" ca. 100 Grad horizontal.
Die im Panoramaprogramm u.a. wählbare Pannini-Projektion dagegen "schiebt" das Zentrum mehr nach vorne und die Ränder sind wenig gedehnt. Dadurch hat es eine natürlichere Wirkung, sieht nicht so "weitwinkelig" aus und erweckt leicht den Eindruck: "Das kann mein Smartphone auch". Leider nicht... Das alles macht mir "Pannini" sympathisch. Es wirkt für mich so natürlich, dass auch schon mal der "Wow"-Effekt fehlt, trotz 180° horizontalem Bildwinkel. ;-)
Die rectilineare Projektion dagenen wirkt subjektiv bei einem Bildwinkel bis ca. 120° hor. weiter als "Pannini", durch das nach hinten verschobene Zentrum auf Kosten der gedehnten Ränder; ist sie aber nicht.
Über 120° hor. ist die rectilineare Projektion eigentlich nicht mehr verwendbar. Deswegen gibt es wahrscheinlich auch keine Weitwinkelobjektive über ca. 115° horizontal, da die Objektive i.d.R. eine rectilineare Projektion haben. Die Dehnung der Ränder wird zu groß. Dafür gibt es gerade Linien. Siehe Vergleich "Schloss Benrath".
Motiv und Projektionsart müssen aber aufeinander abgestimmt sein. Insbesondere bei horizontalen Linien im unteren und oberen Zentrum, kann es mit "Pannini" schwierig werden einen annehmbaren Kompromiss zu finden.
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